TALAVY-Studie · KI-Sichtbarkeit von KMU 2026

9 von 10 Betrieben sind in ChatGPTs Empfehlung unsichtbar.

Wir haben 472 österreichische Unternehmen geprüft — quer durch alle 9 Bundesländer und 8 Branchen, gemessen mit echter Websuche. Das Ergebnis ist ein Weckruf.

Messung Juni 2026 · Datenquelle: GEO-Check.ai · n = 472

91 %

der geprüften Betriebe stehen nicht in ChatGPTs Empfehlung, wenn jemand nach ihrer Branche in ihrer Region fragt — selbst mit echter Websuche. (429 von 472)

472
geprüfte KMU
Ø 5
Anbieter je KI-Antwort
9 / 8
Bundesländer / Branchen
65
Ø GEO-Score (von 100)
Warum das jetzt zählt

Die Suche wandert zur KI — und viele KMU merken es nicht.

Immer mehr Menschen stellen ihre Kauffragen nicht mehr bei Google, sondern bei ChatGPT, Gemini oder Claude: „Wer ist ein guter Steuerberater in Graz?", „Empfiehl mir ein schönes Hotel in Tirol fürs Wochenende."

Die Antwort ist dann kein Link mehr, sondern eine fertige Empfehlung mit wenigen Namen. Wer in dieser kurzen Liste nicht auftaucht, wird nicht in Betracht gezogen — es gibt keine zweite Seite zum Weiterblättern. Wie schnell sich das verschiebt: ChatGPT wuchs von 400 Millionen wöchentlichen Nutzern (Februar 2025) auf 900 Millionen (Februar 2026). Und laut dem Reuters Institute der Universität Oxford hat sich die wöchentliche Nutzung generativer KI nahezu verdoppelt — von 18 % auf 34 % der Befragten.

Quellen: TechCrunch / OpenAI, „ChatGPT reaches 900M weekly active users" (Feb. 2026) · Reuters Institute, „Generative AI and News Report 2025"

Klassisches SEO bringt ein Unternehmen weiterhin zu Google. Ob eine KI eine Marke kennt und empfiehlt, entscheidet sich nach anderen Regeln — und genau diese neue Sichtbarkeit hat bisher kaum jemand gemessen. Diese Studie schließt die Lücke mit echten Messdaten statt Vermutungen.


Die Ergebnisse

Was die Daten zeigen

Der Kern: Es gibt nur wenige Plätze

Fragt man ChatGPT wie ein normaler Nutzer („Welche Anbieter kannst du empfehlen?"), nennt es im Schnitt nur 5,5 Betriebe — im Mittel sogar nur 5, und nie mehr als 8, egal wie viele Anbieter es in der Stadt gibt. Anders als bei Google gibt es keine Seite 2: Wer nicht in dieser kurzen Liste steht, kommt für die KI nicht vor. Genau deshalb ist die Quote so hoch.

Branchen-Ranking — wer am häufigsten fehlt

Branchenicht genanntgeprüft (n)
Hotel97 %31
Steuerberatung96 %68
Modehandel92 %36
Elektriker91 %46
Zahnarzt91 %75
Friseur90 %86
Restaurant88 %86
Tischlerei86 %44

Ausgerechnet die Hotellerie — wo Online-Sichtbarkeit über Buchungen entscheidet — schneidet am schlechtesten ab. Aber selbst die „beste" Branche liegt bei 86 %: Das Problem ist flächendeckend, kein Branchen-Sonderfall.

Bundesland-Ranking — überall die Ausnahme, nie die Regel

Bundeslandnicht genanntgeprüft (n)
Salzburg100 %44
Wien95 %92
Burgenland93 %42
Steiermark92 %77
Oberösterreich88 %41
Kärnten88 %48
Tirol87 %46
Niederösterreich87 %38
Vorarlberg84 %44

In der Salzburger Teilstichprobe (n = 44) wurde kein einziger Betrieb genannt. Selbst dort, wo die Quote am niedrigsten ist (Vorarlberg), sind es mehr als vier von fünf. KI-Sichtbarkeit hängt nicht an der Region, sondern an der technischen Aufstellung der einzelnen Website.

Woran es liegt — und warum es lösbar ist

Für dieselben Betriebe haben wir zusätzlich geprüft, wie gut ihre Websites technisch auf KI-Auffindbarkeit vorbereitet sind. Die Grundlagen liegen fast überall brach:

88 %

ohne FAQ-Bereich

Das Frage-Antwort-Format entspricht genau dem, was KI gern aufgreift — ein großer, kaum genutzter Hebel.

50 %

ohne strukturierte Daten

JSON-LD ist die maschinenlesbare „Visitenkarte", an der KI Branche, Standort und Angebot erkennt. Die Hälfte hat sie nicht.

36 %

ohne saubere Meta-Angaben

Titel und Beschreibung sind das Erste, was Maschinen lesen — bei jeder dritten Seite fehlerhaft oder unvollständig.

17 %

noch ohne durchgängiges HTTPS

Jede sechste Website wird nicht durchgängig sicher ausgeliefert — ein Grundsignal für Vertrauen, das fehlt.

Genannte Betriebe haben Ø GEO-Score 73 — nicht-genannte nur 64.

Wer die technischen Signale liefert, wird messbar häufiger genannt. Die genannten Betriebe sind keineswegs perfekt — aber sie liegen spürbar vorn. Sichtbarkeit in der KI ist also kein Zufall, sondern Handwerk, das jeder Betrieb beeinflussen kann. (Nur 42 Betriebe wurden überhaupt genannt — die Zahl zeigt die Richtung, nicht den Millimeter.)

Technische Reife insgesamt: durchwachsen

Der durchschnittliche GEO-Score liegt bei 65 von 100. Viele Websites haben solide Substanz, sind aber selten auf KI-Auffindbarkeit optimiert. So verteilt sich die Ampel:

223 Betriebe grün · 193 gelb · 51 rot. Mehr als die Hälfte liegt also im gelben oder roten Bereich — und selbst „grün" reicht für eine Nennung meist nicht aus.


So wurde gemessen

Methodik — transparent & reproduzierbar

Stichprobe: 472 ausgewertete, eigenständige KMU mit eigener Website, verteilt über alle 9 österreichischen Bundesländer (38–92 je Land) und 8 Branchen (Restaurant, Friseur, Tischlerei, Hotel, Elektriker, Zahnarzt, Steuerberatung, Modehandel). Filialisten, Konzerne und Buchungsportale wurden ausgeschlossen. Von ursprünglich 511 gemessenen Betrieben wurden 39 ausgeschlossen, weil ChatGPT keine echten Web-Quellen heranzog.

Auswahl: Quelle war das öffentliche Branchenverzeichnis herold.at. Je Kombination aus Branche und Region wurden die zuerst gelisteten Betriebe mit eigener Website übernommen — ohne Vorauswahl nach Bekanntheit oder Größe.

Die exakte Frage — für jeden Betrieb identisch, neutral formuliert:

So haben wir gefragt

„Ich suche einen Anbieter für [Branche] in [Region] (Österreich). Welche konkreten, echten Unternehmen gibt es dort? Bitte nenne mehrere reale Anbieter mit Namen und Website. Erfinde keine Betriebe — nenne nur, was du tatsächlich findest."

Modell & Websuche: Gemessen mit ChatGPT (GPT-4o) mit aktivierter Websuche und lokalem Ortsbezug. Das ist der entscheidende Punkt: Wir testen nicht das gespeicherte Modellwissen, sondern das, was ein Nutzer 2026 real erlebt — eine KI, die live im Netz recherchiert.

So zählen wir „nicht empfohlen": Auf die Frage antwortet ChatGPT mit einer kurzen Empfehlung von im Schnitt nur rund 5 Namen. Für jeden Betrieb haben wir geprüft, ob sein Name oder seine Website darin vorkommt — einschließlich der zitierten Quellen. Tauchte er auf, galt er als empfohlen; fehlte beides, als nicht empfohlen. Die Prüfung ist bewusst streng zugunsten der Betriebe: Im Zweifel zählten wir einen Treffer als „empfohlen". Die 91 % sind daher eher vorsichtig angesetzt als überzogen.

Stichtag: Juni 2026. Dieser Zeitpunkt ist wichtig, weil sich KI-Antworten laufend verändern — die Studie ist eine Momentaufnahme dieses Standes.

Die Ergebnisse werden ausschließlich aggregiert und anonymisiert dargestellt; einzelne Unternehmen werden nicht genannt. ChatGPT (OpenAI), Gemini (Google) und Claude (Anthropic) sind Marken der jeweiligen Anbieter — es besteht keine geschäftliche Verbindung.

Ehrlich ausgewiesen

Grenzen der Studie

  • Keine repräsentative Erhebung. 472 Betriebe sind eine Stichprobe, kein Abbild aller österreichischen KMU. Die Zahlen zeigen ein deutliches Muster, sind aber nicht punktgenau übertragbar.
  • Momentaufnahme. KI-Antworten verändern sich laufend. Die Ergebnisse gelten für den Messzeitraum Juni 2026.
  • Eine KI als Maßstab. Der Nennungs-Test lief gegen ChatGPT. Andere Systeme (Gemini, Claude, Perplexity) können abweichen.
  • Ungleiche Zellengrößen. Manche Branchen und Regionen sind stärker vertreten; Werte mit kleinem n sind als Tendenz zu lesen, nicht punktgenau.

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